+++ Aus aktuellem Anlass +++
DIE FORTUNA IST MEIN VEREIN, MEIN HERZ DAS SCHLÄGT FÜR DÜSSELDORF AM RHEIN,
DA KANNSTE JEDEN IN LA PAZ FRAGEN, F95 IST EINFACH NICHT ZU SCHLAGEN!!!!!
ALLEEZZZ; ALLEEEEEZZZZZZ!
Die Fortuna, Hertha, das Polizistendreieck, die Schäferhunde, der Campino, die Fans, die Böller… Abzuege in der B-Note. Aber: 1. Liga! Benni, Onkel, wie gern würd ich morgen eure nicht vorhandenen Stimmen hören!
MehrSuppe im Salz

Nun, jetzt schreibt sie die ganze Zeit über Salz und weit und breit war noch keines in Sicht. – Richtig. Da fehlt was!

Der letzte Tag der Tour war so sehr mit Salzwüste vollgestopft, dass ich abends Salzsteine aus den Schuhen puhlen musste. Nicht nur, dass man am Morgen gegen 6:30Uhr dem schönsten und salzhaltigesten Sonnenaufgang ever beiwohnen durfte, man konnte schier erblinden angesichts des ganzen weißen Golds.

Wie kleine Kinder haben wir, erst einmal angekommen und mit Mate-Koka-Tee aufgewärmt, begonnen, aufgeregt unsere Utensilien auszupacken und Fotos zu schießen. Denn im Kern war das hier der Grund warum wir hierher gekommen sind. Es wurde sich also so oft für gute Fotos ins Zeug gelegt und Salz geschmissen, bis die Hose gänzlich von einer harten Salzschicht überzogen war.

Genug der vielen Worte. Heute regieren die Fotos. Das Salzwüsten-Foto-Dessert:
MehrKopf wirft Handtuch

Die Nächte während der Tour sind kalt, aber man friert nicht. Das mag an den drei Decken, dem Schlafsack und Funktionsunterhosen liegen. Ich will aber glauben, dass es vor allem daran liegt, dass das Herz glüht während dieser Tage. Selbst die Tatsache, dass die Unterkünfte während der Tour stolze zwei Toiletten für geschätzte 30 Personen umfassen, von denen ein Klo spätestens 7Uhr morgens unter keinen Umständen mehr nutzbar ist, stört mich wenig. Dies hier ist das Paradies und nichts kann mich glauben machen, dass es nicht perfekt wäre, so wie es ist. Ich brauche nicht einmal viel Schlaf. Ich will ihn nicht brauchen.

Morgens stehe ich als erste auf und die Hummeln der Vorfreude im Hintern bekommen jeden Tag noch mehr Nachwuchs. Ich kümmere mich um die anderen um möglichst schnell rauszukommen, ins Paradies, in die Landschaft, von der ich nicht geglaubt hab, dass es sie tatsächlich noch gibt. Ich wecke die anderen ungeduldig, schmiere ihnen die Brote, packe ihre Taschen, hiefe sie auf den Jeep damit alles schneller geht. Ich nähe sogar ihre Mützen und Strickjacken. Ich bin selig. Und das in 5.000m Höhe.

Als wir endlich losfahren, wird mein Erinnerungsvermögen entwaffnet. Es ist tatsächlich so unbegreiflich schön. Und der gesamte Tag liegt vor mir und meinen Augen, die sich nicht satt sehen können. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als diese Salzlandschaft mit Salz im Augenwinkel zu quittieren. In der Landschaft, deren Weite jeden Bilderrahmen sprengt, wachsen Pflanzen wie moosgrüne Rasierpinsel aus der roten Erde. Lamas mit bunten Wimpeln an den Ohren schauen uns neugierig nach, Esel zeigen uns bockig ihre Kehrseite. Und im Hintergrund erheben sich kastanienbraune Berge, die wie Bettlaken in Falten gelegt sind. Ich sehe Lagunen, die derart türkis leuchten, dass Photoshop kapituliert. Ich stehe vor Lagunen, die in so tiefes Orange getaucht sind, dass mein Gehirn vom Farbpalettenglauben abfällt.

Für Tage, die man ohne Familie und Freunde nur auf sich zurückgeworfen ist, ist dies die beste Zeit meines Lebens. Mit jeden Tag dieser Tour gelangt man mehr an seinen Kern. Die Landschaft streift nach und nach alle Schichten von einem ab, die man sich im Alltag zugelegt hat, die man aber keinesfalls zum Leben und Erkennen braucht. Und am Ende bleibt einem wie bei einer geschälten Zwiebel nur noch das flüssige Salz auf der Wange. Ich bin entwaffnet. Hier ist die Melancholie Königin. Und ich wehre mich nicht. Der Mensch wird nie auch nur ansatzweise so perfekt sein wie die Natur. Überfordert schwöre ich, nie wieder Kaugummipapier auf den Boden zu werfen, ich will nur noch Elektroautos fahren, nie wieder FCKW in die Luft sprühen. Ich bin naiv. Alles, was ich tun kann, ist zu versuchen, diese Erfahrung so gut wie möglich zu teilen. Ich beschließe dafür das Herz offen auf das Blogtablett zu legen. Ich sehe kein Risiko darin. Man kann nicht verlieren, wenn man diesen Ort gesehen hat und ungefiltert davon erzählt. Die Natur hat mit ihrer Schönheit vom Leder gezogen und ich mache es ihr nach.

Bisher hat der Kopf immer gewarnt, dass man sich reich auf diese Reise begeben wird und arm zurückkehren wird. Das Herz hat immer daran geglaubt, dass es genau umgekehrt sein wird. – Nun hat der Kopf das Handtuch geworfen.
in bewegt, bunt, mit Ton und kostenlos
Farbfilm Argentinien:
Farbfilm Brasilien:
Farbfilm Dubai:
Farbfilm Südafrika:
Alles auf Salz

Jede Liebe beginnt mit einem Moment, von dem die Gedanken nicht mehr ablassen können. Dieser Augenblick brennt sich in das Herz wie Sonnenstrahlen durch eine Lupe.
Der Moment, in dem ich mich in den Gedanken der Weltreise ernsthaft verliebt habe, war, als ich Bilder aus der Salzwüste gesehen hatte. Keine Reise ohne diesen Ort. Dass man für alles Schöne, etwas in Kauf nehmen muss, war klar. Und da es hier um einen der schönsten Orte handelt, war das Kleingedruckte umso länger.

Nach einer Busfahrt an die Grenze zu Bolivien, die einem Aussichten beschert hat, die wie ein endloses Desktop-Wallpaper daherkamen, stand man plötzlich in 3.400m Höhe. Und man fühlt sich nach zwei Schritten, als hätte man noch nie einen Fuß vor den anderen gesetzt. Die Atmung fühlt sich wirkungslos an, der Puls rast, das Herz wird ein scharfkantiger Stein in der Brust und man zwingt sich tief Luft zu holen. – Denn Sauerstoff ist hier so rar wie Gemüse in Argentinischen Steakrestaurants. Das Ganze kann man nun noch mit 20 multiplizieren denn ich habe einen Rucksack und bin auch nur ein Mädchen. Wenn man dann auch noch so kühn ist, abends Chorizo zu grillen und Bier zu trinken, endet die Geschichte auf dem Dormboden liegend, die Beine die Wand hochstreckend. Doch es gibt gute Schweizer, die einem Koka-Tee ans Bett bringen. Ohne Probleme, keine Erfahrung wie gut die Menschen tatsächlich sind.

Am nächsten Tag, als wir die Grenze nach Bolivien überqueren, geht alles besser. Es gibt einen Deal zwischen meinem Körper und mir. Kein Alkohol, kein schweres Essen und langsame Bewegungen. Dafür bekomme ich meinen Gleichgewichtssinn zurück. Zur Sicherheit kaufen wir uns in Bolivien eine Packung Kokablätter. Die nächsten Tage wird mit golfballgroßen Kugeln im Mund rumgelaufen. Und die Sache hilft. Am dritten Tag, inzwischen in Tupiza angekommen, spielt die Höhe kaum noch eine Rolle.

Man kann also wieder “aufmachen” und sich ein bisschen in die Menschen in Tupiza verlieben. Und die machen es einem leicht. Die Frauen tragen Faltröcke über ihre O-förmigen Beine, alle haben lange Zöpfe und Hüte darüber. Um ihre Schultern und Hüften sind bunte Tücher gebunden, hinter denen sich Lebensmittel oder Kinder mit roten Wangen und großen Augen vestecken. Die Häuser sind alt, aber es steckt Liebe in ihnen. Und auf den Märkten findet man Berge von Nudeln, Obst, Gemüse, Gewürzen und Kräutern. Die Nase erlebt ein Feuerwerk der Gerüche und die Augen versuchen sich alles zu merken, was sie entdecken. Hinter den Bergen von Lebensmitteln versteckt, entdeckt man Frauen und Männer, von denen man die Augen erneut nicht lassen kann. Durch ihre Gesichter ziehen sich Falten in alle Richtungen, wie Straßen auf einer Landkarte. Und man muss nicht mutmaßen, dass jede Falte von einem langen, harten Leben erzählt. Doch die Gesichter leuchten vor Freundlichkeit. Die warmen Augen unter den Schlupflidern lachen und begrüßen einen so unglaublich herzlich und bedingungslos aufgeschlossen wie an nur wenigen Orten. Diese Menschen können mir mehr beibringen als ich es je könnte. Und wieder werde ich, was ich vor dieser Reise nur selten war: demütig.

Doch es gibt einen anderen Grund, warum man hier ist und wegen dem man in der letzten Nacht in Tupiza die Augen und den Kopf nicht in den Feierabend schicken kann. Die Tour zur Salar de Uyuni. Vier Tage Landschaften, die einem die Tränen in die Augen treiben und das Herz rühren und schütteln werden. Ich hatte viel erwartet. – Aber: ich hatte absolut keine Ahnung. Was kam, war mehr als sich mein Großstadthirn mit seinem begrenzten Phantasievorrat vorstellen konnte.

Und alles was man für das Paradies brauchte, waren: warme Klamotten, Sonnenbrille und Sonnencreme, Kokablätter, Klopapier und die Bereitschaft in der Natur ein Klo zu erkennen. Dafür bekam man Orte zu sehen, die man aufsaugt wie ein trockner Schwamm das Wasser und die man nie wieder loslassen will. Man verliebt sich in diese Natur und betet, dass man nie an Demenz erkrankt und diese Tage irgendwann vergisst.
“The joy is in sharing”, hat Sarah in Kapstadt gesagt. Und sie kann nicht Irren. Deshalb die Fotos in drei, wahrscheinlich immernoch schwer verdaulichen weil unglaublichen (dank Natur, nicht Fotografietalent) Portionen. Hier der erste Gang:
Argentina – the movie
Liebe Nasen, ihr kennt das Spiel. Das nächste Land – Bolivien – hat unten an der Haustür geklingelt und stolpert schon die Treppe zur Wohnungstür hoch. Und das heißt immer: Es ist wieder Video-Zeit. Diesmal das bezaubernde Argentinien, das meiner Steak-Konsum-Jahresbilanz einen neuen Rekord beschert hat und welches mich endlich mal wieder in ein Fussballstadion getragen hat. Viel Freude damit.
MehrHinter den Kulissen
Vom Kap der guten Hoffnung ins Tonwnship, vom Strand auf den Burj Khalifa, von der Christusstatue zum Zuckerhut, von Ipanema zu den Iguazu-Wasserfällen, von La Boca nach Recoleta. – Durch die Fensterscheibe betrachtet, könnte man wahrscheinlich den Eindruck bekommen, dieses Weltumrundungsprojekt kommt ohne jeden schnöden Alltag aus. Das ist so nicht ganz richtig, es ist sogar falsch. Auch wenn man ohne eigene Butze und dazugehörigen Briefkasten lebt, schleicht sich eine Form von Alltag in diese Reiserei, die man wegen ihrer Beständigkeit allmählich zu schätzen weiß, die zugleich aber auch nervt wie schnarchende Dorm-Genossen, die bei offener Tür pinkeln. Womit wir auch schon beim ersten Alltagspunkt wären:
Die Dorms:
Bis auf eine Nacht in Dubai habe ich in den vergangenen zwei Monaten in Dorms geschlafen. Vom 4-12-Bettzimmer war alles dabei. Am Besten checkt man schnell die Steckdosengegebenheiten und sucht sich das Bett daneben aus. Faustregel ist aber: Unabhängig von der Anzahl der Betten gilt: einer schnarcht immer. Hinzu kommt, dass die Bio-Rhythmen zwischen den meisten Backpackern so harmonieren wie zwei sehr, sehr schlechte Freestyletänzer. Einer macht Siesta und der andere macht sich verzweifelt an seinem Safe-Schloss zu schaffen, weil er den Code vergessen hat, einer geht früh ins Bett und der andere macht sich drei Stunden zwischen Tuben und Cremes für die Partynacht zurecht, einer schläft und der andere kommt in den Morgenstunden vom Feiern zurück, einer steht früh auf und sucht in seiner atemberaubenden Rascheltütensammlung seine Radler um zum Sonnenaufgang durch die Landschaft zu fahren und der andere schläft seinen Kater aus. Das Leben im Dorm ist eine Nervenprobe und ein Experiment auf der Suche nach größtmöglicher Anpassungsfähigkeit, Toleranz und den perfekten Ohropax.
Ich packe meinen Koffer:
Aus einem Rucksack zu leben, der 20kg fasst, ist schwer. Für ein Mädchen doppelt so sehr. Und alle paar Tage wird erneut Tetris gespielt und man zieht sich beim Rollen und Stopfen erneut eine Sehnenscheidenentzündung zu. Und irgendwie wird das Gepäck immer mehr. Ab und zu ist Frühjahrsputz angesagt, dann wird Inventur gemacht und alles auf seine Daseinsberechtigung kritisch überprüft. Nun sind Flip Flops aus- und eine dritte Strickjacke neu einsortiert worden. Denn Cordoba igelt sich bewölkt und bei 10 Grad mächtig ein. Außerdem wird man als Backpacker zum Chemiker. Regelmäßig steht man mit allerlei Tuben und Dosen im Bad und friemelt alles in kleinere Behälter um Gewicht zu sparen. Das dauert dann eine Stunde und danach fühlt man sich, als hätte man Feuer und das 3D-Kino erfunden.
Laundry-Christmas:
Ein ganz eigenes Kapitel verdient die Sache mit dem Waschen. Je weniger Klamotten desto öfter steht man vor der Frage, ob die Hose ernsthaft noch “tragbar” ist.
Option 1: Einfach so lange tragen, bis sich die Klamotten von selbst zersetzen und vom Körper fallen. (Soweit bin ich noch nicht.)
Option 2: Die im Vorfeld streberhaft besorgte Wäscheleine quer durchs Zimmer spannen und die Klamotten mit Handwaschmittel im Waschbecken waschen. Das Problem: Oft dauert es ewig bis die Sachen trocken sind, dann verliert man die Nerven und findet sich T-Shirt-fönend im Dormzimmer wieder. Ein sehr bezaubernder Das-glaubt-mir-zu-Hause-Keiner-was-ich-hier-mache-Moment.
Option 3: Die geliebte Laundry. Manche, also die guten Hostels bieten direkt einen Wäscherei-Service an. Da packt man dann alles, was nicht unbedingt benötigt wird in einen Beutel und gibt die Wäsche an der Rezeption ab. Wenn alles, wie hier in Cordoba fabelhaft läuft, findet man sich 12 Stunden später mit einem breiten Grinsen und Weichspülergeruch in der Nase wieder. Wie überall verbergen sich aber auch hier Risiken: Manche bekommen ihre Klamotten bei 60 Grad gewaschen und zwei Kleidergrößen kleiner zurück. Andere (ich) finden sich nach Rückgabe der Kleidung an der Rezeption wieder und müssen dem Hostelmanager auf spanisch (yeha) erklären welche Kleidungsstücke nun leider nicht mehr zurückgekommen sind, die man aber doch schon ganz gern wieder hätte.
Die Technik:
Ohne sie geht nichts. Das Heimweh lässt sich damit wunderbar verarzten. Außerdem ist das Internet bei der Planung unverzichtbar: Wo will ich überhaupt als nächstes hin? Fährt da ein Bus? Welches Unternehmen ist da seriös? Gibts eine Flugverbindung? Welches Hostel ist gut? Wie komm ich vom Busterminal zum Hostel? Wo will ich in drei Monaten hin und muss heut schon ein Visum beantragen? Was sagt eigentlich das Konto? Wie lautet die Hotline der DKB, denn alle Automaten spucken jede meiner Karten direkt wieder angewidert aus? Hat irgendwer meine Karte gefisht? Gibt es meinen Blog noch, oder hat wieder einer die Seite gehackt? (Wer ist grad bei Facebook online? Welche Quote hatte Hart aber Fair? Soll Lanz nun “Gottschalk Live” moderieren und Harald Schmidt “Lanz kocht”?)
Ein besonders großes Eis mit bunten Streuseln hat der Erfinder von Skype bei mir gut. Inzwischen habe ich schon in deutschen, argentinischen und U.S.-Amerikanischen Hotlines gehangen. Wofür? Das erzähle ich euch gern. So viel Zeit muss sein: Das Ramsch-Multi-Media-Unternehmen, das es bei der Namensgebung nicht unter einem Planetennamen macht, hat mir ein vermeintliches Quadbandhandy verkauft, welches sich hier nur noch als perfekte Diebstahlbeute eignet – denn es ist, natürlich, nur ein Dualbandhandy. Nun ja, nachdem ich das großzügige und der konkreten Situation natürlich völlig angemessene Angebot ausgeschlagen habe, extra nach Deutschland zu fliegen um das Handy dort zurückzugeben und mir mit Rabatt (Ui) ein wirkliches Quadband-Handy zu kaufen, haben wir uns nun auf die Rücküberweisung einer Teilsumme geeinigt.
Das ist der Alltag. Derzeit wird er noch genossen, denn bald begleitet mich mein Freund Internet für einige Zeit nicht mehr (- ist ihm zu anstrengend, tz, Lusche). Außerdem ist der Alltag besonders schön wenn man für Ende Juli die Flüge Mexico- City – San Francisco und L.A. – Rarotonga (Cook Islands) bucht.
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