Währungsreform

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Ach, es ist irgendwie unvermeidbar, nicht heute schon ab und an ein bisschen anders zu sein, wenn einem solche Flausen aus dem Kopf wachsen. Sogar zum Geburtstag war die Wunschliste mehr als monoton. Und sogar die eigene Schwester hat kurz nach Zwölf laut gelacht, als ich mir mit den Worten “20 Euro sind ein Tag in Bolivien” lediglich Geld gewünscht hab. Und inzwischen wird alles in Weltreisetagen berechnet. Eine Kinokarte macht eine Nacht im Hostelschlafsaal in Kapstadt und ein langer Abend beim Düsseldorfer Italiener mit anschließender Taxifahrt nach Hause entspricht einem bunten Tag in Hong Kong. Nicht, dass ich mir das alles nicht mehr gönnen will – Ich will. Nur vielleicht ein bisschen seltener und dann aber so was von bewusster. Und das fällt noch nicht einmal schwer, wenn ich mir sich vorstelle, wie das Sparschwein irgendwann satt, zufrieden und mit Doppelkinn auf dem Rücken rollt.

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Die Familienpizza unter den Reisen

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Leider werden manche Wörter in Nachmittags-Telenovelas so inflationär genutzt, dass sie, nimmt man sie mal in den Mund, an Glanz verloren haben und nur noch als lose Fetzen unbeeindruckend aus dem Mundwinkel hängen. Man stelle sich also vor, dieses Wort zum ersten Mal im Leben zu hören und es sich auf der Zunge zergehen zu lassen wie Vanilleschotenpunkte im Vanilleeis: Es ist ein Traum, der Traum, mein Traum. Eine Weltreise.

Vor Jahren habe ich es lediglich bis ins Reisebüro und Gesundheitsamt geschafft. Dann kamen aber Berufschancen, die genutzt werden mussten. Und der Traum wurde zwischen den Umzugskartons im Keller verstaut.
Vor einigen Monaten klingelte es dann an der Tür im vierten Stock und vor mir stand wieder diese Idee, dieser Traum. Und seitdem sitzen wir jeden Tag zusammen am Küchentisch. Am Anfang habe ich versucht, ihn mit Argumenten (“Das wäre Wahnsinn, da müsste so viel geplant werden und außerdem: Das wäre Wahnsinn.”) zurück in den Keller zu quatschen.

Inzwischen wissen wir beide, dass er hier oben gut aufgehoben ist. Und so rutschen wir täglich aufgeregt auf unseren Stühlen herum, reden über Geld, Behörden, Routen, Impfungen, Ängste, Vorfreuden und zählen die Zeit. Außerdem ist er schrecklich hungrig, will so groß und dick werden, dass ich nicht doch noch auf die Idee komme, ihn wieder zwischen Kisten zu verstauen. Inzwischen passt er schon nicht mehr auf einen Barhocker, mit seinen runden Hüften und breiten Schultern käme er gar nicht mehr durch die Wohnungstür. Es ist also klar: Dieser Traum geht nicht mehr weg.

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Der Entschluss zur Weltreise steht also fest und alle Argumente, die dagegen sprechen, sind zu schwach, um mit 80 Jahren in den Spiegel zu schauen und sich selbst zu glauben, dass es damals einfach nicht ging, die Umstände dem Traum ein Kopfkissen ins Gesicht gedrückt haben. Das hier muss gemacht werden. Und der Zeitpunkt wird nie wieder so günstig sein. Ich plane also eine Weltreise – den Trüffel unter den Reisen und das All-you-can-eat-Angebot der Flugtickets.

„Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.“ – Gleiches gilt bereits für die Planung. Seit einigen Monaten wacht man mit dem Gedanken daran auf und schläft damit abends wieder ein. (Ich habe eine Wette gegen den Traum verloren. Seitdem darf er also mit ins Bett. Irgendwie gehört er da ja auch hin.) Auch wenn es erst im Frühjahr 2012 losgehen soll – Schon jetzt lohnt es sich, mit dem Pläneschmieden zu beginnen, herauszufinden, woran gedacht werden muss und auch das Geld vermehrt sich nicht wie potente Kaninchen. Es gilt also, sich einen Überblick zu verschaffen, nicht zurückzuschrecken und an alles zu denken, was geklärt werden muss. Nicht umsonst trägt dieser Blog seinen Namen. Erstmal wird hier also über Etappenerfolge der Planung berichtet und dann gibts hier die große weite Welt zu sehen. Das ist der Plan. Und der wird aber sowas von realisiert. Cheers.