Rückgrat

globetrotter

Zugegeben, da kommt derzeit wenig Glitter aus dem Weltreisetischfeuerwerk. Aber ich kann versichern: ich will mich hier nicht mit kalt gewordenen Füßen rausmogeln aus der virtuellen Verbindlichkeit des Goliathgroßen Plans. Im Gegenteil: Jeden Tag wird ein bisschen dafür getan. Anfang Oktober hab ich mich zum Beispiel mit meiner geduldigen Homebase in die größte Globetrotterzauberbutze Deutschlands begeben. Dort wurden dann schon mal gefühlte drölfhundert Rucksäcke aufgesetzt und Probe getragen. Hier ein kleiner Auszug des Beratungsgesprächs inklusive meiner ausgeklügelten Argumentationskette:

Ich so: “Hallo.”
Der geduldige Mitarbeiter so: “Hallo.”
Ich so: “Ich will eine Weltreise machen.”
Er so: “Schön, kann ich bei der Rucksackwahl weiterhelfen?”
Ich so: “Jaha. Also vorneweg: das is ja so ‘n Huhn-Ei-Dilemma – erst alles andere kaufen und dann gucken in welchen Rucksack alles passt; oder erst den Rucksack kaufen und dann den Content?”
Er so: “Hm, erst Rucksack. Was dann nicht reinpasst, muss hierbleiben.”
Ich so: “Aha. Ja. Nun. Also ich hab gelesen, man soll nicht mehr als 40L Volumen und damit ca. 14 kg durch alle Kontinente schleppen.”
Er so: “Hm, naja, bisschen wenig.”
Ich so: “Hm.”
Er so: “Also die meisten Mädels kaufen 55L große Rucksäcke. Da haste auch noch Platz für Souvenirs. Und du MUSST ihn ja auch nicht voll packen.”
Ich so: “…Souvenirs will ich eh per Post zwischendurch immer mal nach Deutschland schicken. Und: Ich bin doch ein Mädchen! Wenn ich so viel Platz hab, dann pack ich das auch voll.”
Er grinsend so: “Hm.”
Muddy alias Homebase: lacht
Ich so: “Is doch so.”
Er dann so: “Ja, aber der hier hat besonders stabile …Fachtermini… und robuste …Fachtermini… und flexible …Fachtermini… und …Fachtermini…, …Fachtermini… und …Fachtermini….”
Und ich dann so: “Hm. Überzeugt. Den will ich haben.”

Herausgekommen ist dieser Weggefährte. Gekauft wurde er noch nicht. Aber er steht auf der Liste ganz oben. Nun liegen erst mal dicke Kataloge im Wohnzimmer rum, in die exzessiv Eselsecken gemacht werden. Tausend Dinge werden nächstes Frühjahr gekauft. Und weil ich mich (dank großartiger Schwester) brav durch die Steuererklärung gequält habe, ist für das Equipmentbudget bereits gesorgt. Das wird ein Fest im kommenden Frühjahr. Und ich werde einen kompletten Tag lang einen geduldigen Mitarbeiter in Anspruch nehmen. Yeah.