up in the air

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Der Februar hat Wort gehalten und ist in einem Tempo vorbei gerauscht, dass ich nur noch mit einem Stofftaschentuch zufrieden hinterher winken kann. Und unterm Strich bedeutet das: Der Ein-Jahres-Hummeln-im-Hintern-Angstschweiß-Countdown zum geplanten Weltreise-Abflugdatum beginnt allmählich. Genau der ist jetzt in der rechten Spalte formschön in Grün, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden zu finden. Huaarrr, yehaa, uffreschend.

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break the rules

dame

All das Rausputzen und Nassdurchwischen dieses kleinen aber feinen Blogs hier soll natürlich nicht über die Fußnote hinwegtäuschen, dass es hier noch nicht daft punkig „around the world“ geht. Da es bis dahin noch eine Weile dauert, werden heute zwei Blogs ans mitteleuropäische Zeitzonenherz gelegt, mit denen sich die Monate dank Fotoflausen und Wortweisheiten hervorragend überbrücken lassen.
Und man bekommt eine leise Ahnung, dass es am Ende einfach ums Rauswagen, Begegnen, auch mal Scheitern, Erleben und Ankommen geht:

whatitsallabout

Sarajevo, Burundhi, Iran, Jordanien, Sudan, Irak – Der Klys geht in der Reisedepesche da hin, wo man uns glauben lassen will, es gäbe nichts Großartiges unter den sonnengewärmten Steinen zu finden. Und er straft alle Lügen – mit Fotos, die den Atem rauben und Erlebnissen, die einem das Gefühl geben, man hätte selbst eine dünne Schicht der roten Erde auf den Schuhen.

Einmal rumdum – Ein wunderbarer Blog, der Fernweh füttert. Denn die beiden Jungs machen Bilder, die einen montags motivierter aufstehen lassen.

point of no return

gifts

So, die Diplomarbeit ist Geschichte. Aber die Sache ist ja die:
“Don’t tell me how educated you are, tell me how much you traveled.”
Und deshalb wird nun mehr daran gearbeitet.

Am Anfang war die Weltreiseidee ja eher ein pastellfarbenes Chamäleon, das mit flatternden Pupillen übermütig aber orientierungslos durch die Gegend gerannt ist und sich davon Beulen auf der Stirn zugezogen hat. Inzwischen leuchtet das Chamäleon sogar im Dunkeln bunt, hält skeptischen Blicken souverän Stand und rennt nach wie vor übermütig aber immer geplanter durch die Gegend. Kein Wunder also, dass das Tier, wenn es so auf der Schulter sitzend vor sich hinleuchtet, für andere unübersehrbar wird. Inzwischen sind nicht mehr nur Familie und enge Freunde in den Plan eingeweiht, auch Chefs und Arbeitskollegen wissen vom Chamäleon.
Zu Beginn hatte ich mich in den ersten leicht panischen Nächten, erschrocken von der eigenen verbindlichen Weltreise-Entscheidungsfreude am Tag, mit dem Gedanken daran, alles immer noch verwerfen zu können wieder in den Ruhepulsbereich und Schlaf gewogen. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt bereits von der Weltreiseidee wussten, hätten das ja verstanden, sich vielleicht auch ein bisschen erleichtert gefreut, dass das Chamäleon unsichtbar geworden ist. Wenn aber erst einmal Menschen informiert sind, die das Ganze irgendwie verbindlich machen, ist im Grunde der point of no return erreicht.
Das Schöne: Es macht mir, anders als befürchtet, nicht die geringste Angst. Zugegeben, ich habe noch immer großen Respekt vor der Sache, denke ab und zu, dass das alles zu groß für mich sein könnte, aber am Ende der Zweifel hockt dieses leuchtende Chamäleon mit breitem Grinsen und Schalk im Nacken auf der Schulter und frisst alle Bedenken auf bevor sie nennenswert groß werden könnten.

Vielleicht ist die Sache aber auch die, dass sich der point of no return irgendwann nachts unbemerkt ins Wohnzimmer schleicht, wenn man selbst schlaflos zwischen den Möbeln steht und überschlägt, wie viele Tage in L.A. (100€/Tag) oder Indien (10€/Tag) die wert sind. Ich vermute genau das war der Moment, in dem das letzte Hintertürchen von der hartnäckigen, kindlichen Begeisterung zubetoniert wurde.
Merk-würdig auch, dass bisher alle Menschen im Umfeld noch mehr Farbpigmente in das Chamäleon werfen, wenn sie davon erfahren. Ich werde mit Fragen von der Route bis zur Finanzierung gelöchert, bekomme Weltreiseliteraturtipps und Hilfe bei dem organisatorischen Gedöns angeboten. Und inzwischen stehen in jedem Zimmer wunderbare Weltreiseplanungsgeschenke. Und bei manchen sehe ich sogar die flatternden Pupillen. Keine Ahnung wie sie ihr Chamäleon irgendwann ernsthaft hinter Zoogehegegitter bringen konnten. Aber manche holen es sich vielleicht mal irgendwann zurück. Dass sie darüber nachdenken, sieht man ihnen an.