Logistiklogik

logistik

Donnerlittchen. Da denkt man ja am Anfang nicht dran, was da alles so dran hängt an einer Weltreise. Logistisch entspricht das ungefähr einer Sandaufschüttung Helgolands bei gleichzeitiger Herstellung und Sicherung der Wasserversorgung Gobis und Etablierung einer energiesparenden Stromzufuhr in Las Vegas. Derzeit werden verstärkt Listen und Tabellen darüber angelegt, wann was abgeschlossen, abgemeldet, gekauft, verkauft, weggeworfen, vorbestellt, gebucht, eingelagert, für die homebase sortiert, in Erfahrung gebracht, kopiert oder in den Arm geimpft werden muss. Nötig ist das, weil die Zeit fehlt, hinter die Dinge schon jetzt einen grünen Haken zu setzen.

Es ist ja auch nicht so, dass der Bohei keine Früchte abwirft: theoretisch könnte man sich die ersten Flugtickets, das Notebook, Daypack und die Krankenversicherung zulegen, denn alles ist nach bestem Wissen ausrecherchiert. Nur: so zwischen Tür (Arbeitstag) und Angel (Arbeitstag) will das nun auch wieder nicht emotionslos abgearbeitet werden. Aber es grinsen schon ein paar freie Tage vielsagend um die Ecke, die sich zutrauen, mir waghalsig ein „rien ne va plus“ in die Ohren zu schreien.

Derweil wird sich in Vorfreude und in der Klärung einer zentralen Weltreisegepäckbaustelle geübt: Welche Ohropax schützen vor Hostelschlafsaalschnarcher und lautstarke Actionfilmvorlieben bolivianischer Nachtbusfahrer? Ich rühme mich damit, sie alle in den vergangenen Monaten allmorgendlich angesichts unfreiwilliger Bauarbeiterpräsenz vor dem Schlafzimmerfenster getestet zu haben. Ein weites Feld: zu klebrig (Wachs), zu bunt, zu hart, zu teuer, zu weich, zu wenig verformbar, zu sehr verformbar… Nun habe ich sie gefunden: Cord Max. Ohropax: checked. Damit wär ja wohl der wichtigste Punkt der Reise abgearbeitet.

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Wachstumsschmerzen

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Heute vor zehn Jahren war ich 16 und habe eine Klassenarbeit in Geschichte geschrieben; ausgerechnet. Eigentlich würde man sich da nicht mehr dran erinnern. Aber ein paar Stunden später wurde die eigentliche Geschichte geschrieben. Eine, die man nie vergessen wird, weil sie in so vielen Bildern und Gesichtern erzählt ist. Das Geschichtsbuch war der Fernseher. Das Damals war Live. Schwarz/weiße Zeichnungen waren Bewegtbilder in Farbe. Und bis heute wird die Vorstellungskraft von diesem Tag herausgefordert und bis heute scheitert sie.

Wer danach einmal in New York war, weiß um den Stolz und das Trauma, um den Pathos und das Loch, um den Glauben und die Lücke. Wachstumsschmerzen, die nie aufhören. Wachsen und lernen, dass man lieber früher als später so viele Weltwinkel wie nur möglich bereisen sollte, bevor sich wieder alles ändert; so viele Menschen wie möglich erkennenlernen sollte, so viele Perspektiven einnehmen und sich in so viele Situationen begeben, so viel Wissen aufsaugen und Gefühle fangen sollte wie man kann um so viel wie nur möglich zu verstehen.

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