Wurzelbehandlung

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Die Tage rieseln wie Sand durch die Finger. Und so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass, je kürzer die Zeit bis zum Abflug, desto fabelhafter und merk-würdiger ist mein Leben, das ich für die Reise in ein Einmachglas fülle und von Erinnerungen gut bewacht in den Schrank stelle. Es ist, als tunkt einer den ohnehin phantastischen Oreo-Keks noch einmal in weiße Schokolade, als würde auf einer sowieso schon sehr perfekten Party plötzlich „Wonderwall“ aus den Boxen dröhnen und als bekäme man zu einem Sechser im Lotto auch noch Weltfrieden geschenkt. Die knappe Zeit verdoppelt den Wert.

Am Wochenende wurde der Abschied von der Verwandtschaft in Dresden mit mehreren Famililienpizzen gefüttert. Und es war in jeder Hinsicht perfekt. Irgendwie katapultiert einen das “Wo geh ich hin?” scheinbar automatisch auch zum “Wo komm ich her?”. Ich habe noch mal die weltbeste russische Quarktorte gegessen, habe meinen Großvater verschmitzt grinsen gesehen, nach Ewigkeiten in der Bravo meiner Cousinen geblättert und ich habe in Altenberg noch einmal im Schnee bei Minus 15 Grad gefroren.

Wenn man aus den letzten Tagen vor dem Flug etwas lernt, dann, dass man solche Tage im Alltag nicht hinten runterfallen lassen sollte und die Dinge immer so aufsaugen sollte. Der ganze Spaß ist noch nicht mal losgegangen und schon klebt die Erkenntnisstapete am Hinterkopf. Nicht auszudenken, wie weise ich zurückkommen werde von dieser Weltreise. Vor die Reise hat der Planungsgott aber glücklicherweise noch die Abschiedsparty gestellt. Das wird groß.

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