Zweite Haut – Buenos Aires

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Diese Stadt ist das entspannte Spiel zwischen den aufregenden Levels bei Super Mario. Man kann hier hervorragend Bonuspunkte sammeln. Buenos Aires fühlt sich derart gut an, als hätte jemand im Vorfeld meine Füße millimetergenau ausgemessen und mir ein paar Tage später maßgeschneidert Buenos Aires auf den Tisch gelegt. Hier kann man den Tag unheimlich gut in einem Tempo verbringen, bei dem sich selbst Schnecken verwundert zu einem nach hinten umdrehen. Diese Stadt besitzt so viele angenehme Stadtteile, durch die man ewig laufen könnte und dennoch hat man nicht alles entdeckt. San Telmo, Palermo, La Boca – Wessen Herz in Berlin-Kreuzberg zufrieden eine Flasche Bier aufmacht und im Hamburger Schanzenviertel vor lauter kreativem Kleister kleben bleibt, der überlegt sich in Buenos Aires zweimal, ob oder zumindest wann man der Stadt den Rücken kehrt.

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Und wieder schrauben neue Menschen die Farbsättigung der Eindrücke nach oben. Und es meisselt sich immer wieder ein breites Grinsen ins Gesicht, wenn man am anderen Ende der Welt Deutsche trifft, mit denen man so unverschämt auf einer Wellenlänge liegt, dass man, wäre man länger zusammengereist, wahrscheinlich irgendwann begonnen hätte synchron zu sprechen. Anke war so eine. Und allein zwei Tage haben für dieses Gefühl ausgereicht. Natürlich pendelt man auf so einer Reise immer zwischen dem Durch- und Unterstreichen von Vorurteilen. Man hat hier US-Amerikaner getroffen, deren Patriotismus einen ganzen Abend lang am Boden lag, als man ihre Illusion zerstören musste, dass Cheddar und Camembert eine Erfindung der USA seien. Wenn die selben Menschen dann auch noch das Recht, eine Waffe zu besitzen als Kriterium wirklicher Freiheit definieren, verspricht es, ein lebhafter Abend zu werden.

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Buenos Aires gibt mir also alles, was ich in diesen Tagen brauche: eine Wäscherei um die Ecke, gutes Steak, Empanadas, eines der besten und saubersten Hostels, die ich in meiner jungen Backpackerkarriere gesehen habe, Schönheit, die aus der Kreuzung von Anmut und Verfall entsteht, die liebgewonnene Instanz Siesta, Menschen, die Mundwinkel und Nerven stimulieren und ein Spiel der Boca-Juniors.

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5 thoughts on “Zweite Haut – Buenos Aires”

  1. Huh, das liest sich gut an und der kreative Kleister macht Neugierde auf mehr! Weiterhin guten Wind auf der Reise!

  2. Wow, klingt wie immer nach: “Da muss ich dann auch mal irgendwann hin”. Sehr schön.
    Bei mir läuft’s grad nicht so super, ich schreib dir mal ne Mail. Sorry, dass wir es immer noch nicht hinbekommen haben zu skypen… Ich weiß aber auch gar nicht, wann eine gute Zeit dafür wäre bei dir?

  3. @Weltenbummler*in: Dankeschön. Na dann, nichts wie hin mit dir!

    @MIK: Neugier ist immer gut! Dankeschön, der Wind steht bald Richtung Cordoba.

    @Kristin: Die Zeit ist ja so dehnbar und knickt sich von Kontinent zu Kontinent. Aber das kriegen wir noch hin. Und alles andere läuft hoffentlich bald wieder hervorragend. Gute Menschen verdienen nur Gutes!

    @Anja und Dani: Da freuen sich Blog und das Blogmädchen dahinter, sehr! Starkes Video!

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