point of no return

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So, die Diplomarbeit ist Geschichte. Aber die Sache ist ja die:
“Don’t tell me how educated you are, tell me how much you traveled.”
Und deshalb wird nun mehr daran gearbeitet.

Am Anfang war die Weltreiseidee ja eher ein pastellfarbenes Chamäleon, das mit flatternden Pupillen übermütig aber orientierungslos durch die Gegend gerannt ist und sich davon Beulen auf der Stirn zugezogen hat. Inzwischen leuchtet das Chamäleon sogar im Dunkeln bunt, hält skeptischen Blicken souverän Stand und rennt nach wie vor übermütig aber immer geplanter durch die Gegend. Kein Wunder also, dass das Tier, wenn es so auf der Schulter sitzend vor sich hinleuchtet, für andere unübersehrbar wird. Inzwischen sind nicht mehr nur Familie und enge Freunde in den Plan eingeweiht, auch Chefs und Arbeitskollegen wissen vom Chamäleon.
Zu Beginn hatte ich mich in den ersten leicht panischen Nächten, erschrocken von der eigenen verbindlichen Weltreise-Entscheidungsfreude am Tag, mit dem Gedanken daran, alles immer noch verwerfen zu können wieder in den Ruhepulsbereich und Schlaf gewogen. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt bereits von der Weltreiseidee wussten, hätten das ja verstanden, sich vielleicht auch ein bisschen erleichtert gefreut, dass das Chamäleon unsichtbar geworden ist. Wenn aber erst einmal Menschen informiert sind, die das Ganze irgendwie verbindlich machen, ist im Grunde der point of no return erreicht.
Das Schöne: Es macht mir, anders als befürchtet, nicht die geringste Angst. Zugegeben, ich habe noch immer großen Respekt vor der Sache, denke ab und zu, dass das alles zu groß für mich sein könnte, aber am Ende der Zweifel hockt dieses leuchtende Chamäleon mit breitem Grinsen und Schalk im Nacken auf der Schulter und frisst alle Bedenken auf bevor sie nennenswert groß werden könnten.

Vielleicht ist die Sache aber auch die, dass sich der point of no return irgendwann nachts unbemerkt ins Wohnzimmer schleicht, wenn man selbst schlaflos zwischen den Möbeln steht und überschlägt, wie viele Tage in L.A. (100€/Tag) oder Indien (10€/Tag) die wert sind. Ich vermute genau das war der Moment, in dem das letzte Hintertürchen von der hartnäckigen, kindlichen Begeisterung zubetoniert wurde.
Merk-würdig auch, dass bisher alle Menschen im Umfeld noch mehr Farbpigmente in das Chamäleon werfen, wenn sie davon erfahren. Ich werde mit Fragen von der Route bis zur Finanzierung gelöchert, bekomme Weltreiseliteraturtipps und Hilfe bei dem organisatorischen Gedöns angeboten. Und inzwischen stehen in jedem Zimmer wunderbare Weltreiseplanungsgeschenke. Und bei manchen sehe ich sogar die flatternden Pupillen. Keine Ahnung wie sie ihr Chamäleon irgendwann ernsthaft hinter Zoogehegegitter bringen konnten. Aber manche holen es sich vielleicht mal irgendwann zurück. Dass sie darüber nachdenken, sieht man ihnen an.

Fähnchenigel

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Solange ich noch nicht raus in die Welt darf, hole ich sie mir ins Zimmer. Morgens erinnert sie direkt daran, wofür in diesem Jahr aufgestanden werden muss und abends leuchtet sie noch vor sich hin, wenn alles andere schon dunkel ist. Und wenn auf den hinten in die Tage eingenähten Waschanleitungsetiketten nicht Redaktion oder Universität steht, drehe ich den Globus wild um die eigene Achse und werfe enthemmt Fähnchen auf Orte, die ich während der Weltreise unbedingt sehen muss. Und so langsam wird klar, dass sich auch 12 Monate zu kurz anfühlen können. Mit manchen Orten flirte ich noch unverbindlich, andere Länder haben schon einen sicheren Schlafplatz auf meinem Sofa im Kopf. Hier die bisher geplanten Stationen meiner Weltreise [ohne Gewähr, dafür mit Fernweh]:

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EUROPA:
In Deutschland befindet sich erwartungsgemäß der Startpunkt meiner Reise im März 2012 – mit Tränen, 14kg Gepäck und Hummeln im Hintern.

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AFRIKA: (ca.2 Wochen)
Dass der Kontinent das erste Reiseziel ist, liegt an den Wurzeln und irgendwie an der Überzeugung, dass ohne Wurzeln, oben nichts wachsen kann.

Südafrika:
– heulend vorm Kap der guten Hoffnung stehen
– am Boulders Beach unters Pinguinvolk mischen
– den Alltag in Deutschland abschütteln

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SÜDAMERIKA: (ca. 3 Monate)
Der Kontinent, mit dem ich mich als erstes bei den Vorbereitungen beschäftigt habe.

Brasilien:
– vor der Christusstatue auf dem Corcovado-Berg in Rio posen
– in Sao Paulo merken, dass Spanisch nicht Portugiesisch ist
Argentinien:
– bunte Wellblechhäuser von La Boca in Buenos Aires sehen
– im Stadion La Bombonera stehen
– verstehen, warum den Porteños Melancholie nachgesagt wird
– Rindfleisch essen
Paraguay:
– durch Assuncion schlendern
– Freunde und Familie vermissen
Bolivien:
– mit Sonnenbrille durch den größten Salzsee der Welt – Salar de Uyuni – rennen
– neben 3m hohen Kakteen stehen
– in La Paz auf Kokablättern kauen um nicht höhenkrank zu werden
– Meerschweinchen essen
– vorm Titicaca-See stehen und schon wieder weinen
Peru:
– mit einer Mütze aus Alpaka-Wolle von Cusco nach Machu Picchu aufbrechen
– verstehen lernen
Ecuador:
– in Quito gleichzeitig auf beiden Seiten des Äquators stehen
– mit dem Boot auf den Galapagos-Inseln Blaufuß-Tölpel bewundern
– Prioritäten neu setzen

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ZENTRAL- UND NORDAMERIKA: (ca. 3 Wochen)
Der Reisezeitpunkt, an dem ich gerade begonnen haben werde auf Spanisch zu träumen und mich nun auf Englisch umstellen muss.
Mexiko:
– in Mexiko-Stadt 2 kg zunehmen
San Francisco:
– auf der Golden Gate Bridge bei blauem Himmel stehen
– nach Alcatraz fahren
– am Ende der Lombard Street stehen und auf die Stadt schauen
Los Angeles:
– barfuss am Venice Beach langlaufen
– Promi-Villen-Gucken

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OZEANIEN: (ca. 4 Monate)
Hier erwarte ich 3xS: Strand, Schafe, Sonnenbrand.

Fiji:
– mich im 1/2h-Takt liegend um 180 Grad drehen (Stichwort: gleichmäßige Bräune)
Neuseeland:
– über beide Inseln reisen und dabei neben Schafen, Schafen und Schafen auch Auckland, Wellington und Christchurch sehen
Australien:
– die Ostküste entlang fahren mit Stopps in Sydney, Brisbane, Melbourne und Canberra
– versuchen Surfen zu lernen
– mindestens mit einem Koala und einem Känguru Freundschaft schließen
– versuchen Tauchen zu lernen
– die Zeit vergessen

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ASIEN: (ca. 4 Monate)
Bisher habe ich mich hier noch nicht so intensiv eingegroovt. Eigentlich will ich auch noch nach Indonesien und Indien, hmpf.

China:
– in Hong Kong reizüberflutet in eine Karaokebar verlaufen und den ersten englischen Titel in der Liste singen
Thailand:
– über Märkte in Bangkok schlendern
– Insekten essen
– Tauchen auf Ko Tao
Kambodscha:
– Tempel von Angkor sehen
Laos:
– durch Luan Prabang laufen
– Si Pan Don: über das türkise Wasser staunen
Vietnam:
– Ho Chi Minh sehen
– durch die Halongbucht schippern
– in Hanoi wehmütig werden



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Ohne Geld zwischen Tellerrändern springen

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Manchmal, irgendwo zwischen „brisant” und „Sturm der Liebe“ frage ich mich immer wieder, wofür ich Rundfunkgebühren zahle. (Abgesehen von den fabelhaften Formaten, für die ich selbst schon arbeiten durfte und noch darf.) Dann rette ich mich in den Bereich der drei Granaten-Garanten (EinsFestival, ZDFInfo, Arte). Dort geht es immer gerade um den „camino de la muerte“ in Bolivien oder um die Galapagos-Inseln, Mexiko, Maccu Piccu oder Feuerland. Und allein für eine halbe Stunde davon lohnt sich die Rundfunkgebühr inklusive nervige GEZ-Vertreter-Besuche. Und es lohnt sich spätestens dann, wenn der Wigge bei ZDFneo versucht konsequent ohne Geld bis ans Ende der Welt zu reisen. In 150 Tagen ist der Mann mit den Kinderaugen ernsthaft durch 11 Länder, 4 Kontinente und alle Zeitzonen von Köln bis zur Antarktis gereist. Ich habe das Buch im vergangenen Sommer gelesen und einige Tricks für die Weltreise im Hinterkopf behalten. In Bild und Ton ist das Ganze aber noch unglaublicher, weil der gute Wigge mit Schalk, Behutsamkeit und eben ohne Geld zeigt, wie großartig es ist, zwischen mehreren Tellerrändern tollpatschig rumzuspringen und sich auf fremde Länder und Menschen einzulassen:
Der erste bezaubernde Teil lief in der Wiederholung schon. Anzuschauen gibt’s den aber noch hier.
Wer sowieso Geschmack hat oder jetzt auf genau den gekommen ist: Die empfehlenswerten weiteren vier Folgen kommen genau dann:
15. Januar um 21.45 Uhr:
 Burger, Bike & Bauern
22. Januar um 22.15 Uhr:
 Go west!
29. Januar um 22.15 Uhr:
 no dinero – “mucho problemo”
5. Februar um 22.15 Uhr: 
Total am Ende

Impfausflug Vol. I

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Die Ärztin ist mit ihren Augen den Zettel einmal von oben nach unten abgefahren und hat es am Ende grinsend mit den Worten „Also einmal alles, ja?“ ganz gut zusammengefasst. Auf meiner Liste standen die geplanten Länder, in die ich reisen will. Und auf ihrer Liste standen all die möglichen Impfungen. Und als sie ein Kreuz nach dem anderen machte, schwebte da schnell diese Kostenfrage im Raum. Nach einem „Welche Krankenkasse haben Sie denn zu bieten?“, einem „- Dräger und Hanse BKK“ gepaart mit einem ‘Mein Haus, mein Auto, meine Yacht’-Pokerface und einem Blick in den Computer war klar, dass ich in dieser Sache quasi den Jackpot geknackt habe. Zitat: „Die übernehmen sogar die Japanische Enzephalitis und die Malariaprophylaxe.“

Die ersten zwei Impfungen gab es direkt heute, der große Rest folgt bei mehreren Terminen Ende des Jahres. Die meisten Impfungen fallen für Südamerika und Asien an. Zusammengefasst bin ich am Ende quasi unkaputtbar was Hepatitis A+B, Tollwut, Gelbfieber, Typhus und die Japanische Enzephalitis angeht. Eine Impfung gegen Heimweh war nicht vorrätig.
Aber nun ja: „Ein Schiff ist im Hafen sicher, dafür wurde es aber nicht gebaut.“

2o11 – the next year year

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Das Aufregende an 2o11 ist definitiv die Tatsache, dass dieses Jahr prall gefüllt mit Vorbereitungen sein wird. Während bisher alles mit “Ach, is ja noch Zeit” brach liegen bleiben konnte, muss ich 2o11 den Pflug übers Feld schieben: Impfungen abholen, Ausrüstung einkaufen, Round the world Ticket buchen, Behörden- und Bankenmarathon. – Schon der Gedanke daran fühlt sich an wie Mentos in Cola.
Es wird also das Jahr, in dem ich an Geburtstagen, Feiertagen, stressigen Tagen und langweiligen Tagen immer daran denken werde, wo ich in genau einem Jahr sein werde, wie spät es dort sein wird, wie warm oder kalt, wie hoch, wie fremd, wie aufregend. Damit werde ich viele Menschen unendlich gern nerven. Und das Jahr wird schlaflose aber schöne Nächte bereit halten, wenn das alles immer verbindlicher wird. Dann werde ich mit Nervenflattern Knöpfe vom Bettbezug knubbeln und mir von Freunden die eigene Zurechnungsfähigkeit bestätigen lassen, Listen schreiben, was ich vermissen werde und mich fragen, was mich da geritten hat. Und ich werde Gründe an dünnen Haaren herbeiziehen, warum das alles nur eine Schnapsidee ist und verworfen werden sollte. Und wenn der Moment vorbei ist, kommt wieder dieses breite Grinsen ins Gesicht, wenn die Sonne morgens die Weltkarte in zwei Hälften teilt.
Dies ist der absolut indiskutabelste und wahnsinnigste Plan, den ich je geschmiedet habe und 2o11 wird das Jahr in dem der Plan in Stein gemeisselt wird. Und es wird ein Jahr, in dem ich alle großartigen Tage und Nächte mit Freunden und sogar die Familienfeiern bewusster genießen und die Erinnerungen daran in einer kleinen Schachtel aufheben werde. Und die Quadratur der Reise hat 2o11 auch mehr zu bieten: Kurven, Köpfchen und Kuchenstücke die geteilt werden wollen. Insofern wird sich noch mehr vom Rockzipfel der großen Schwester gelöst und sich im Sandkasten allein gegen Förmchendiebe gewehrt.

Thank you for this terrific birth, 2o1o and farewell! Welcome home, 2o11!

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Rückgrat

globetrotter

Zugegeben, da kommt derzeit wenig Glitter aus dem Weltreisetischfeuerwerk. Aber ich kann versichern: ich will mich hier nicht mit kalt gewordenen Füßen rausmogeln aus der virtuellen Verbindlichkeit des Goliathgroßen Plans. Im Gegenteil: Jeden Tag wird ein bisschen dafür getan. Anfang Oktober hab ich mich zum Beispiel mit meiner geduldigen Homebase in die größte Globetrotterzauberbutze Deutschlands begeben. Dort wurden dann schon mal gefühlte drölfhundert Rucksäcke aufgesetzt und Probe getragen. Hier ein kleiner Auszug des Beratungsgesprächs inklusive meiner ausgeklügelten Argumentationskette:

Ich so: “Hallo.”
Der geduldige Mitarbeiter so: “Hallo.”
Ich so: “Ich will eine Weltreise machen.”
Er so: “Schön, kann ich bei der Rucksackwahl weiterhelfen?”
Ich so: “Jaha. Also vorneweg: das is ja so ‘n Huhn-Ei-Dilemma – erst alles andere kaufen und dann gucken in welchen Rucksack alles passt; oder erst den Rucksack kaufen und dann den Content?”
Er so: “Hm, erst Rucksack. Was dann nicht reinpasst, muss hierbleiben.”
Ich so: “Aha. Ja. Nun. Also ich hab gelesen, man soll nicht mehr als 40L Volumen und damit ca. 14 kg durch alle Kontinente schleppen.”
Er so: “Hm, naja, bisschen wenig.”
Ich so: “Hm.”
Er so: “Also die meisten Mädels kaufen 55L große Rucksäcke. Da haste auch noch Platz für Souvenirs. Und du MUSST ihn ja auch nicht voll packen.”
Ich so: “…Souvenirs will ich eh per Post zwischendurch immer mal nach Deutschland schicken. Und: Ich bin doch ein Mädchen! Wenn ich so viel Platz hab, dann pack ich das auch voll.”
Er grinsend so: “Hm.”
Muddy alias Homebase: lacht
Ich so: “Is doch so.”
Er dann so: “Ja, aber der hier hat besonders stabile …Fachtermini… und robuste …Fachtermini… und flexible …Fachtermini… und …Fachtermini…, …Fachtermini… und …Fachtermini….”
Und ich dann so: “Hm. Überzeugt. Den will ich haben.”

Herausgekommen ist dieser Weggefährte. Gekauft wurde er noch nicht. Aber er steht auf der Liste ganz oben. Nun liegen erst mal dicke Kataloge im Wohnzimmer rum, in die exzessiv Eselsecken gemacht werden. Tausend Dinge werden nächstes Frühjahr gekauft. Und weil ich mich (dank großartiger Schwester) brav durch die Steuererklärung gequält habe, ist für das Equipmentbudget bereits gesorgt. Das wird ein Fest im kommenden Frühjahr. Und ich werde einen kompletten Tag lang einen geduldigen Mitarbeiter in Anspruch nehmen. Yeah.

Währungsreform

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Ach, es ist irgendwie unvermeidbar, nicht heute schon ab und an ein bisschen anders zu sein, wenn einem solche Flausen aus dem Kopf wachsen. Sogar zum Geburtstag war die Wunschliste mehr als monoton. Und sogar die eigene Schwester hat kurz nach Zwölf laut gelacht, als ich mir mit den Worten “20 Euro sind ein Tag in Bolivien” lediglich Geld gewünscht hab. Und inzwischen wird alles in Weltreisetagen berechnet. Eine Kinokarte macht eine Nacht im Hostelschlafsaal in Kapstadt und ein langer Abend beim Düsseldorfer Italiener mit anschließender Taxifahrt nach Hause entspricht einem bunten Tag in Hong Kong. Nicht, dass ich mir das alles nicht mehr gönnen will – Ich will. Nur vielleicht ein bisschen seltener und dann aber so was von bewusster. Und das fällt noch nicht einmal schwer, wenn ich mir sich vorstelle, wie das Sparschwein irgendwann satt, zufrieden und mit Doppelkinn auf dem Rücken rollt.

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Die Familienpizza unter den Reisen

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Leider werden manche Wörter in Nachmittags-Telenovelas so inflationär genutzt, dass sie, nimmt man sie mal in den Mund, an Glanz verloren haben und nur noch als lose Fetzen unbeeindruckend aus dem Mundwinkel hängen. Man stelle sich also vor, dieses Wort zum ersten Mal im Leben zu hören und es sich auf der Zunge zergehen zu lassen wie Vanilleschotenpunkte im Vanilleeis: Es ist ein Traum, der Traum, mein Traum. Eine Weltreise.

Vor Jahren habe ich es lediglich bis ins Reisebüro und Gesundheitsamt geschafft. Dann kamen aber Berufschancen, die genutzt werden mussten. Und der Traum wurde zwischen den Umzugskartons im Keller verstaut.
Vor einigen Monaten klingelte es dann an der Tür im vierten Stock und vor mir stand wieder diese Idee, dieser Traum. Und seitdem sitzen wir jeden Tag zusammen am Küchentisch. Am Anfang habe ich versucht, ihn mit Argumenten (“Das wäre Wahnsinn, da müsste so viel geplant werden und außerdem: Das wäre Wahnsinn.”) zurück in den Keller zu quatschen.

Inzwischen wissen wir beide, dass er hier oben gut aufgehoben ist. Und so rutschen wir täglich aufgeregt auf unseren Stühlen herum, reden über Geld, Behörden, Routen, Impfungen, Ängste, Vorfreuden und zählen die Zeit. Außerdem ist er schrecklich hungrig, will so groß und dick werden, dass ich nicht doch noch auf die Idee komme, ihn wieder zwischen Kisten zu verstauen. Inzwischen passt er schon nicht mehr auf einen Barhocker, mit seinen runden Hüften und breiten Schultern käme er gar nicht mehr durch die Wohnungstür. Es ist also klar: Dieser Traum geht nicht mehr weg.

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Der Entschluss zur Weltreise steht also fest und alle Argumente, die dagegen sprechen, sind zu schwach, um mit 80 Jahren in den Spiegel zu schauen und sich selbst zu glauben, dass es damals einfach nicht ging, die Umstände dem Traum ein Kopfkissen ins Gesicht gedrückt haben. Das hier muss gemacht werden. Und der Zeitpunkt wird nie wieder so günstig sein. Ich plane also eine Weltreise – den Trüffel unter den Reisen und das All-you-can-eat-Angebot der Flugtickets.

„Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.“ – Gleiches gilt bereits für die Planung. Seit einigen Monaten wacht man mit dem Gedanken daran auf und schläft damit abends wieder ein. (Ich habe eine Wette gegen den Traum verloren. Seitdem darf er also mit ins Bett. Irgendwie gehört er da ja auch hin.) Auch wenn es erst im Frühjahr 2012 losgehen soll – Schon jetzt lohnt es sich, mit dem Pläneschmieden zu beginnen, herauszufinden, woran gedacht werden muss und auch das Geld vermehrt sich nicht wie potente Kaninchen. Es gilt also, sich einen Überblick zu verschaffen, nicht zurückzuschrecken und an alles zu denken, was geklärt werden muss. Nicht umsonst trägt dieser Blog seinen Namen. Erstmal wird hier also über Etappenerfolge der Planung berichtet und dann gibts hier die große weite Welt zu sehen. Das ist der Plan. Und der wird aber sowas von realisiert. Cheers.