Australia – the video

Sydney Opera, Bondi Beach, Townsville, Brisbane, Cape Tribulation, Magnetic Island, Surfers Paradise, Byron Bay, Nimbin. – Man könnte so manches über all diese Orte sagen. Und irgendwie käme das auf einem Reiseblog gar nicht so unerwartet. Und nicht zum ersten Mal steht die Frage im Raum: Warum schreibt dieses Blogkind nicht einfach nur Tipps zu den Orten, an denen sie war? Und warum zieht sie sich stattdessen immer wieder das Herz aus dem Brustkorb und legt es, nicht einmal zum eigenen Schutz hinter Vitrinenglas, hier auf den Blog? – Die, zugegeben, bessere Frage. Und es ist nicht so, dass ich nicht schon einmal daran gedacht habe hier eine Mauer aus Panzerglas einzuziehen. Man scheitert nur immer wieder bei jedem Beitrag daran. Und das aus Überzeugung.

Dieser Blog ist kein verdammtes Reisemagazin. Und für jeden Eintrag gibt es im Grunde nur ein Gesetz: das Herz soll wie ein Schwamm ausgewrungen werden. Ohne Herz ist das alles doch nur der Buchrücken des Lonely Planet. Das hier ist kein Wandteppich, auf dem nie barfuß rumgesprungen wird, es ist kein Süßstoff sondern Zucker und schon gar nicht ist das hier Malen nach Zahlen. Dieser Blog sollte immer eine pure Hand voll Reis sein, der durch die Finger rieselt und kein Tütenreis mit Perforationsfolie. Und so absurd es sich für einen Reiseblog anhören mag: Es geht hier nicht ums Wo, es geht ums Wie. Ja, das ist ein Herz, das hier immer wieder offen hingelegt wird, mein einziges. Aber man kann nicht anders. Und will auch nicht.

In den vergangenen vier Wochen ist das Herz in Gesellschaft von Familie gereist. Und irgendwie hebelt das alle Konzentration auf Sehenswertes und Superlatives noch mehr aus. Familie macht Orte egal weil sie Eindrücke multipiziert. Insofern hätten die folgenden fünf Minuten durchaus nur auch aus drei Menschen bestehen können. Aber mit seinen Hippies, Koalas und Delphinen hat Australien es doch noch geschafft, unvergessen zu bleiben. Deticated to my sister. Loved it to share one month of this trip with you.

english
Sydney Opera, Bondi Beach, Townsville, Brisbane, Cape Tribulation, Magnetic Island, Surfers Paradise, Byron Bay, Nimbin. – There are some things i could write about these places. And somehow it wouldn’t be surprising if i did so, because this is a travel-blog. And not for the first time there is the question asked: Why does this travelkid not just give some advices for the places? And why is she always putting her heart in between every line of each entry, not even thinking of saving her heart behind bulletproof-glass? – Well, not that i never thought about keepin more distance in my entries. But the way i do it, is the way it feels right.

This blog is no f*ing travel-magazine. And there is only one law for each entry: the heart should be wrung out like a sponge. Without a heart it all would just be the spine of a loney planet. But this is no tapestry, on which nobody ever jumps around barefoot, it’s no sweetener – it’s sugar. This blog always should be a hand full of rice and no boil-in-the-bag rice. And it may sound absurd, but it’s not about „where“ it’s about „how“.

During the last four weeks this heart was surrounded by family. And somehow that made me concentrate less on sights and superlatives. Family makes places equal because impressions are multiplied. That’s the reason why the next five minutes could easily just show three people. But with its hippies, koalas and dolphins even Australia became kind of unforgetable. Deticated to my beloved sister. Loved it to share one month of this trip with you.

VIDEO:

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Im achten Monat. Sieben Monate sind rum. Und dieses Reisebaby ist dermaßen in mir gewachsen, dass man die Klamotten, die früher so gut gepasst haben, abgelegt hat; und das sehr gerne. Rückblickend scheint es, als war damals alles so eng, so Tunnelblick, dass man von jetzt an da nie wieder hereinpassen will. Vor sieben Monaten saß man im Flieger, der Test positiv, sich dafür entschieden, wissend, dass von nun an alles anders wird. Und diese Reise ist so sehr ein Baby, es verändert sich ein Leben, wenn man sich dafür eintscheidet. Inzwischen ist alles dran am Reisekind und es ist theoretisch lebensfähig.

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Und inzwischen sehen es die Menschen mir von weitem an. Ich bekomme Sitzplätze oder vielmehr ein Upgrade im Hostel angeboten. Und Familie und Freunde unterstützen mich mit so viel Liebe, Musik, Worten und Finanzspritzen, dass man noch gefühlsduseliger wird. Und die Anflüge von Was-mach-ich-hier-eigentlich-Übelkeit sind längst Geschichte. Auch der Heißhunger nach Alles-auf-einmal ist inzwischen verflogen. Ich habe Zeit und wenn Geld Blattgold ist, dann ist Zeit ein Goldbarren. Ich bin ohne Zweifel verliebt in dieses Reisebaby. Und es macht mich glücklicher als jede Entscheidung, die ich zuvor gefällt habe. Es lässt mich Dinge anders sehen, Wunder erkennen und Menschen lieben. Es zeigt mir, dass ich nur wenig von all dem wirklich brauche, was ich vorher für bedeutend gehalten habe. Und es bringt mich dem einzigen Ziel näher, das ich habe: Später einmal, kurz bevor der Vorhang fällt nichts zu bereuen.

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Being eight months pregnant. Seven months behind me. And this travelbaby has grown so much, that it’s impossible to wear the old skinny clothes i was wearing a long time ago. Seems like everything was so tight, so tunnel view, that i never ever wanna fit in again. Seven months ago i was sitting in the aircraft, test result positive, knowing that everything will change from now on. And this journey became so much a baby, because it changed a life. By now the baby theoretically is ready for living.

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And meanwhile people can see my travelpregnancy. They offer me a seat or even better an upgrade in the hostel. And family and friends are already supporting me with so much love, music, words and cash injections, that i’m getting even more sentimental than i already am. The what-am-i-doing-here-sickness left long ago. Even the all-at-once-munchies is gone now. I got time and if money is beatgold, time is a big gold bar. Without a doubt i’m deeply in love with that travelbaby. And it makes me happier than every decision i made before in my life. It makes me looking different at things, realizing wonders, loving people. And it shows to me, that i need nearly nothing of all the things i thought they would be important in life. And it brings me close the only goal i really got: to regret nothing in the end.

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Raustralien

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Australien, du machst es einem nicht leicht. Irgendwie schwankt man bei dir zwischen „ganz schön hier“ und „gehts noch?!“. Australien, du stehst im Supermarktregal auf Augenhöhe. Du bist das Teuerste weit und breit und jonglierst auf deiner bunten Verpackung mit großen Begriffen wie „Paradies“ und „traumhaftes Reiseland“. Dabei weiß ich doch, dass sich das Paradies nicht in deiner Nähe befindet.

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Australien, dir müsste die Hose im Schritt schon reißen, so sehr machst du auf dicke Hose. Und: Ja, du bist schön, hast so manches zu bieten, was ich nicht missen möchte. Aber das steigt dir so zu Kopfe, dass du alle um dich herum bluten lässt, wenn sie dich haben wollen. Australien, du schneidest mir gerade dermaßen Löcher in die Hosentasche, dass es einem nicht nur vor Rührung die Tränen in die Augen treibt. Australien bisher rechne ich dir drei Dinge hoch an: Du hast mir zum Geburtstag Familie vorbeigeschickt, du hast Koalabärmädchen, die so charmant faul auf Bäumen schlafen, dass man in ihrer Gegenwart beginnt, in Kinderstimmen drölfhundert Mal „cuuuuuute“ zu rufen und du hast das üppig ausgestattete Sydney. Aber ehrlich mal Australien, du verkaufst dich ein bisschen über Wert. Irgendwann greift keiner mehr nach dir im Regal. Und dennoch weiß ich jetzt schon, dass mir das Herz wieder schwer wird, wenn ich dich verlasse. Und ich weiß auch warum: nicht weil ich die teuren Hostels vermissen werde, nicht wegen der teuren Inseln oder wegen des teuren Rests, den du zu bieten hast, sondern weil ich in einen anderen Flieger steigen werde als die Familie.

(Ach ja: Ihr könnt in ner Werbepause oder bei Langeweile oder gar bei Gefallen gern rechts über den orangefarbenen weg.de Link bis zum 18.9. für dieses Blogbaby abstimmen. Das Baby wird vergnügt grinsen vor Freude.)

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in bewegt, bunt, mit Ton und kostenlos

Farbfilm best of worldtrip:

Farbfilm Indien:

India from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Kambodscha/Singapur:

singapore and cambodia from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Vietnam:

vietnam from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Thailand:

thailand from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Indonesia:

Farbfilm Australia:

Farbfilm New Zealand:

Farbfilm Cook Islands:

Farbfilm USA:

Farbfilm Mexico:

Farbfilm Tulum Energy:

Farbfilm 100 Tage Rumreiserei:

Farbfilm Bolivien und Peru:

Farbfilm Bolivia – Saltflats:

Farbfilm Argentinien:

Farbfilm Brasilien:

Farbfilm Dubai:

Farbfilm Südafrika:

Logistiklogik

logistik

Donnerlittchen. Da denkt man ja am Anfang nicht dran, was da alles so dran hängt an einer Weltreise. Logistisch entspricht das ungefähr einer Sandaufschüttung Helgolands bei gleichzeitiger Herstellung und Sicherung der Wasserversorgung Gobis und Etablierung einer energiesparenden Stromzufuhr in Las Vegas. Derzeit werden verstärkt Listen und Tabellen darüber angelegt, wann was abgeschlossen, abgemeldet, gekauft, verkauft, weggeworfen, vorbestellt, gebucht, eingelagert, für die homebase sortiert, in Erfahrung gebracht, kopiert oder in den Arm geimpft werden muss. Nötig ist das, weil die Zeit fehlt, hinter die Dinge schon jetzt einen grünen Haken zu setzen.

Es ist ja auch nicht so, dass der Bohei keine Früchte abwirft: theoretisch könnte man sich die ersten Flugtickets, das Notebook, Daypack und die Krankenversicherung zulegen, denn alles ist nach bestem Wissen ausrecherchiert. Nur: so zwischen Tür (Arbeitstag) und Angel (Arbeitstag) will das nun auch wieder nicht emotionslos abgearbeitet werden. Aber es grinsen schon ein paar freie Tage vielsagend um die Ecke, die sich zutrauen, mir waghalsig ein „rien ne va plus“ in die Ohren zu schreien.

Derweil wird sich in Vorfreude und in der Klärung einer zentralen Weltreisegepäckbaustelle geübt: Welche Ohropax schützen vor Hostelschlafsaalschnarcher und lautstarke Actionfilmvorlieben bolivianischer Nachtbusfahrer? Ich rühme mich damit, sie alle in den vergangenen Monaten allmorgendlich angesichts unfreiwilliger Bauarbeiterpräsenz vor dem Schlafzimmerfenster getestet zu haben. Ein weites Feld: zu klebrig (Wachs), zu bunt, zu hart, zu teuer, zu weich, zu wenig verformbar, zu sehr verformbar… Nun habe ich sie gefunden: Cord Max. Ohropax: checked. Damit wär ja wohl der wichtigste Punkt der Reise abgearbeitet.

ohropax

Ohne Geld zwischen Tellerrändern springen

ohne-geld-bis-ans-ende-der-welt

Manchmal, irgendwo zwischen „brisant” und „Sturm der Liebe“ frage ich mich immer wieder, wofür ich Rundfunkgebühren zahle. (Abgesehen von den fabelhaften Formaten, für die ich selbst schon arbeiten durfte und noch darf.) Dann rette ich mich in den Bereich der drei Granaten-Garanten (EinsFestival, ZDFInfo, Arte). Dort geht es immer gerade um den „camino de la muerte“ in Bolivien oder um die Galapagos-Inseln, Mexiko, Maccu Piccu oder Feuerland. Und allein für eine halbe Stunde davon lohnt sich die Rundfunkgebühr inklusive nervige GEZ-Vertreter-Besuche. Und es lohnt sich spätestens dann, wenn der Wigge bei ZDFneo versucht konsequent ohne Geld bis ans Ende der Welt zu reisen. In 150 Tagen ist der Mann mit den Kinderaugen ernsthaft durch 11 Länder, 4 Kontinente und alle Zeitzonen von Köln bis zur Antarktis gereist. Ich habe das Buch im vergangenen Sommer gelesen und einige Tricks für die Weltreise im Hinterkopf behalten. In Bild und Ton ist das Ganze aber noch unglaublicher, weil der gute Wigge mit Schalk, Behutsamkeit und eben ohne Geld zeigt, wie großartig es ist, zwischen mehreren Tellerrändern tollpatschig rumzuspringen und sich auf fremde Länder und Menschen einzulassen:
Der erste bezaubernde Teil lief in der Wiederholung schon. Anzuschauen gibt’s den aber noch hier.
Wer sowieso Geschmack hat oder jetzt auf genau den gekommen ist: Die empfehlenswerten weiteren vier Folgen kommen genau dann:
15. Januar um 21.45 Uhr:
 Burger, Bike & Bauern
22. Januar um 22.15 Uhr:
 Go west!
29. Januar um 22.15 Uhr:
 no dinero – “mucho problemo”
5. Februar um 22.15 Uhr: 
Total am Ende

Rückgrat

globetrotter

Zugegeben, da kommt derzeit wenig Glitter aus dem Weltreisetischfeuerwerk. Aber ich kann versichern: ich will mich hier nicht mit kalt gewordenen Füßen rausmogeln aus der virtuellen Verbindlichkeit des Goliathgroßen Plans. Im Gegenteil: Jeden Tag wird ein bisschen dafür getan. Anfang Oktober hab ich mich zum Beispiel mit meiner geduldigen Homebase in die größte Globetrotterzauberbutze Deutschlands begeben. Dort wurden dann schon mal gefühlte drölfhundert Rucksäcke aufgesetzt und Probe getragen. Hier ein kleiner Auszug des Beratungsgesprächs inklusive meiner ausgeklügelten Argumentationskette:

Ich so: “Hallo.”
Der geduldige Mitarbeiter so: “Hallo.”
Ich so: “Ich will eine Weltreise machen.”
Er so: “Schön, kann ich bei der Rucksackwahl weiterhelfen?”
Ich so: “Jaha. Also vorneweg: das is ja so ‘n Huhn-Ei-Dilemma – erst alles andere kaufen und dann gucken in welchen Rucksack alles passt; oder erst den Rucksack kaufen und dann den Content?”
Er so: “Hm, erst Rucksack. Was dann nicht reinpasst, muss hierbleiben.”
Ich so: “Aha. Ja. Nun. Also ich hab gelesen, man soll nicht mehr als 40L Volumen und damit ca. 14 kg durch alle Kontinente schleppen.”
Er so: “Hm, naja, bisschen wenig.”
Ich so: “Hm.”
Er so: “Also die meisten Mädels kaufen 55L große Rucksäcke. Da haste auch noch Platz für Souvenirs. Und du MUSST ihn ja auch nicht voll packen.”
Ich so: “…Souvenirs will ich eh per Post zwischendurch immer mal nach Deutschland schicken. Und: Ich bin doch ein Mädchen! Wenn ich so viel Platz hab, dann pack ich das auch voll.”
Er grinsend so: “Hm.”
Muddy alias Homebase: lacht
Ich so: “Is doch so.”
Er dann so: “Ja, aber der hier hat besonders stabile …Fachtermini… und robuste …Fachtermini… und flexible …Fachtermini… und …Fachtermini…, …Fachtermini… und …Fachtermini….”
Und ich dann so: “Hm. Überzeugt. Den will ich haben.”

Herausgekommen ist dieser Weggefährte. Gekauft wurde er noch nicht. Aber er steht auf der Liste ganz oben. Nun liegen erst mal dicke Kataloge im Wohnzimmer rum, in die exzessiv Eselsecken gemacht werden. Tausend Dinge werden nächstes Frühjahr gekauft. Und weil ich mich (dank großartiger Schwester) brav durch die Steuererklärung gequält habe, ist für das Equipmentbudget bereits gesorgt. Das wird ein Fest im kommenden Frühjahr. Und ich werde einen kompletten Tag lang einen geduldigen Mitarbeiter in Anspruch nehmen. Yeah.

Währungsreform

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Ach, es ist irgendwie unvermeidbar, nicht heute schon ab und an ein bisschen anders zu sein, wenn einem solche Flausen aus dem Kopf wachsen. Sogar zum Geburtstag war die Wunschliste mehr als monoton. Und sogar die eigene Schwester hat kurz nach Zwölf laut gelacht, als ich mir mit den Worten “20 Euro sind ein Tag in Bolivien” lediglich Geld gewünscht hab. Und inzwischen wird alles in Weltreisetagen berechnet. Eine Kinokarte macht eine Nacht im Hostelschlafsaal in Kapstadt und ein langer Abend beim Düsseldorfer Italiener mit anschließender Taxifahrt nach Hause entspricht einem bunten Tag in Hong Kong. Nicht, dass ich mir das alles nicht mehr gönnen will – Ich will. Nur vielleicht ein bisschen seltener und dann aber so was von bewusster. Und das fällt noch nicht einmal schwer, wenn ich mir sich vorstelle, wie das Sparschwein irgendwann satt, zufrieden und mit Doppelkinn auf dem Rücken rollt.

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