in bewegt, bunt, mit Ton und kostenlos

Farbfilm best of worldtrip:

Farbfilm Indien:

India from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Kambodscha/Singapur:

singapore and cambodia from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Vietnam:

vietnam from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Thailand:

thailand from quadratur der reise on Vimeo.

Farbfilm Indonesia:

Farbfilm Australia:

Farbfilm New Zealand:

Farbfilm Cook Islands:

Farbfilm USA:

Farbfilm Mexico:

Farbfilm Tulum Energy:

Farbfilm 100 Tage Rumreiserei:

Farbfilm Bolivien und Peru:

Farbfilm Bolivia – Saltflats:

Farbfilm Argentinien:

Farbfilm Brasilien:

Farbfilm Dubai:

Farbfilm Südafrika:

Auf Ex

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Diese Reise ist ein bisschen, als würde man die Welt auf Ex trinken. Und ehrlich gesagt, muss ich das Glas immer wieder absetzen und Luft holen. Einem ist noch sehr verliebt schwindelig von Südafrika zumute und schon steht das nächste volle Glas auf der Theke. Und auch dieses Land hat es verdient, bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken zu werden.
Vielleicht muss man sich einfach daran gewöhnen, das Herz in kürzeren Abständen neu zu verschenken und sich den Kopf alle paar Wochen von einem anderen Land verdrehen zu lassen. Das hier ist nicht einmal Leiden auf hohem Niveau – Vielmehr ist es Leben auf hohem Niveau. Und die Sache ist die, dass die Frage nicht mehr ist: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? – Es ist ohne Zweifel voll. Die neue Frage, die sich stellt: Wie viele volle Gläser in kurzen Abständen verträgt man eigentlich? Alles geht rasend schnell. Und wie nach einer langen Nacht in einer guten Bar mit einer sehr sehr langen Getränkekarte, fühlt es sich manchmal an, als hätte man zu schnell getrunken. Die Lösung ist selbstverständlich nicht aufzuhören zu trinken. Die Lösung ist, die Abstände etwas zu vergrößern und immer mal ein Glas Wasser einzuschieben.

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Heute wird der Barkeeper Brasilien von der Theke nehmen und mir breit grinsend ein Glas Argentinien rüberschieben. Und dieses Glas wird da erst einmal ein paar Wochen stehen. In den vergangenen Tagen wurde sich angemessen am Wasser gebaut von Brasilien verabschiedet. Und weil diese Reise wie eine Kerze an beiden Enden brennt, wurden die Iguacu-Wasserfälle sowohl von der brasilianischen als auch von der argentinischen Seite besucht. Und jeder, der hier einmal strandet, sollte sich die Zeit nehmen, sich beide Seiten anzuschauchen. Auch auf die Gefahr hin, dass man an den Ausflugstagen irgendwie ständig aufs Klo muss.

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Nun wartet aber erst einmal Buenos Aires. Und ich werde an diesem Wein mindestens zwei Wochen nippen. Denn mit dem schnellen Reisen ist es ein bisschen wie mit dem wild Durcheinandertrinken. Einzeln und mit etwas Pause getrunken, schmeckt alles irgendwie besser. Je besser die Getränke schmecken, desto länger sollte man fürs Austrinken brauchen.

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Rio und der Countdown

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Liebes Rio,
sportveranstaltungstechnisch gesehen, bist du das Streberkind in der globalen Klasse. Alle kugeln sich den Arm aus, um an die Tafel zu dürfen und die Eins abzugreifen. Und du kommst immer erst kurz nach Unterrichtsbeginn rhythmisch schlendernd in den Raum und schaust gedankenverloren aus dem Fenster. Trotzdem bekommst du alles, worum sich die anderen reißen. Erst die Fußball-WM und dann auch noch Olympia.

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Ach Rio, ich gönne es dir. Auch wenn für die Zuschauer die Zeitverschiebung und für die Sportler das Wetter einige Herausforderungen darstellt. Aber es lohnt sich, wenn die Menschen dich kennenlernen und die Gangstergeschichten über dich vielleicht in den Hintergrund rücken. Du hast immerhin viel zu bieten: Du kannst wahrscheinlich besser tanzen als alle anderen, die den Unterschied zwischen “gern” und “gut” tanzen nicht kennen. Bei dir friert man nie und du besitzt Strände, die andere blass vor Neid und rot vor lauter Sonne machen. In deiner Küche steht nicht nur Zucker im Regal sondern ein ganzer Zuckerhut. Und wo andere in einen Innenhof gucken, bietest du den Blick auf die alles bewachende Christusstatue.

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Weil du dir im Klaren bist, dass bald die ganze Welt dich mustert, versuchst du auch, deine Viertel sicherer zu machen. Denn du bist voller Kontraste. In den Favelas stehen die Männer mit Maschinengewehren und haben die Drogendealer vertrieben. Du versuchst sicherer zu werden, verschließt die Augen nicht und putzt dich heraus für den Besuch. Aber um eines Rio, wirst du nicht drumrum kommen. Wenn Menschen von allen Enden der Welt vor deiner Tür stehen werden, wird dein Portugiesisch nicht ausreichen. Ich mag deine Sprache, den Klang und die Melodie, die dabei immer summst, aber man lernt das nicht in vier Wochen WM oder zwei Wochen Olymipa. Aber wenn du dir ein paar Brocken Englisch draufschaffst, würden die Augen von vielen vor Dankbarkeit leuchten. Im Gegenzug ist sicher jeder bereit, ein bisschen von deiner Sprache mitzunehmen. Rio, bezieh schonmal die Gästebetten, die Bude wird voll werden. Schön, dass ich dich vor dem großen Anturm schon mal besuchen durfte. Obrigado.

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Seelen-Caipirinha

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Es gibt Momente, die sind zum Sterben schön. Denn jedes Mal stirbt durch sie ein Stück Grenze der Vorstellungskraft. Diese Momente sind wie Perlen und inzwischen habe ich keinen Zweifel mehr daran, dass ich mit einer ganzen Kette aus Perlen von dieser Reise zurückkehren werde. Noch viel berauschender ist es aber, wenn man das Glück hat, dabei zu sein, wenn so ein Moment gerade erst aus dem Nichts entsteht. Erst dann bekommt man eine Ahnung, wie wertvoll die Perle ist.

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Rio de Janeiro hat mir neulich eine dieser Perlen geschenkt. Nachdem ich schon tagelang mitten in der an beiden Dochtenden brennenden Innenstadt den Blick nicht von der über alles wachenden Christusstatue lassen konnte, bin ich dort hochgefahren. Und direkt davor stehend, habe ich nichts außer Weiß gesehen – Nebel, der nicht im Traum daran dachte, sich zu verziehen. Ich hatte dort oben 30 Minuten Zeit um den Christus aus der Nähe zu sehen. Der Nebel hatte alle Zeit der Welt.

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Und dann nach 20 Minuten hat es die Sonne gut mit uns Touristen gemeint und sich durchgekämpft. Und aus dem Weiß wuchtet sich eine Silhouette, die so erhaben ist, dass sie die Seele stampft wie Caipirinha. Mit einem Mixtape aus Ahhh-Rufen, Johlen, Applaus und Kameragewitter im Ohr wird dann die gesamte Figur sichtbar und die Augen werden so groß, dass auch Menschen mit Sehschwäche in ihnen problemlos das Wort Weltwunder ablesen können. Für jemanden, an dessen Herzinnenwand bisher keine Religion geschrieben steht, ist dieses Gefühl wohl das maximal Erreichbare.

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Diese Reise meint es gut mit mir und ständig gibt sie mir das Gefühl genau jetzt am richtigen Ort zu sein. Und das ist so wichtig, wenn man wie ein orientierungsloses Blatt durch die Straßen, Strände und Berge der Kontinente weht. Alles, was ich tun muss, ist sämtliche Sinne und deren Königin, das Herz, stets weit offen zu halten und ihre Ladenschlusszeiten abzuschaffen.

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Logistiklogik

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Donnerlittchen. Da denkt man ja am Anfang nicht dran, was da alles so dran hängt an einer Weltreise. Logistisch entspricht das ungefähr einer Sandaufschüttung Helgolands bei gleichzeitiger Herstellung und Sicherung der Wasserversorgung Gobis und Etablierung einer energiesparenden Stromzufuhr in Las Vegas. Derzeit werden verstärkt Listen und Tabellen darüber angelegt, wann was abgeschlossen, abgemeldet, gekauft, verkauft, weggeworfen, vorbestellt, gebucht, eingelagert, für die homebase sortiert, in Erfahrung gebracht, kopiert oder in den Arm geimpft werden muss. Nötig ist das, weil die Zeit fehlt, hinter die Dinge schon jetzt einen grünen Haken zu setzen.

Es ist ja auch nicht so, dass der Bohei keine Früchte abwirft: theoretisch könnte man sich die ersten Flugtickets, das Notebook, Daypack und die Krankenversicherung zulegen, denn alles ist nach bestem Wissen ausrecherchiert. Nur: so zwischen Tür (Arbeitstag) und Angel (Arbeitstag) will das nun auch wieder nicht emotionslos abgearbeitet werden. Aber es grinsen schon ein paar freie Tage vielsagend um die Ecke, die sich zutrauen, mir waghalsig ein „rien ne va plus“ in die Ohren zu schreien.

Derweil wird sich in Vorfreude und in der Klärung einer zentralen Weltreisegepäckbaustelle geübt: Welche Ohropax schützen vor Hostelschlafsaalschnarcher und lautstarke Actionfilmvorlieben bolivianischer Nachtbusfahrer? Ich rühme mich damit, sie alle in den vergangenen Monaten allmorgendlich angesichts unfreiwilliger Bauarbeiterpräsenz vor dem Schlafzimmerfenster getestet zu haben. Ein weites Feld: zu klebrig (Wachs), zu bunt, zu hart, zu teuer, zu weich, zu wenig verformbar, zu sehr verformbar… Nun habe ich sie gefunden: Cord Max. Ohropax: checked. Damit wär ja wohl der wichtigste Punkt der Reise abgearbeitet.

ohropax

Am Anfang war die Ausrüstung…neverending story

globetrotter-shopping

Selbst bei 29 Grad im Schatten kann man seine Freizeit nicht großartiger und zufriedener in den Filial-Metropolen der Outdoor-Ausrüster verstreichen lassen.
Und die Zeit wird quasi aufgefressen zwischen atmungsaktiven, wasserabweisenden, fettreduzierenden, umweltfreundlich Stromerzeugenden Stretch-Fleecepullovern und windabweisenden, schnelltrocknenden, Weltfriedenfördernden Zip-Trekkinghosen mit UV-Schutz. Gut, einige der Eigenschaften sind frei erfunden, aber gefühlt bildet das schon irgendwie das weite Feld der Outdoor-Welt ab. Umso famoser, eine wunderbare Begleitung zu haben, die geduldig die Kleiderbügel hält, verständnisvoll eine Größe größer oder kleiner nachholt, sich solidarisch auch wahnsinnig für Fronteingriffe bei Trekkingrucksäcken begeistern kann und die einem den Kopf wäscht, wenn man kurz davor ist, überteuerten Quatsch zu kaufen. Danke, Ma.
Rucksack, Schlafsack-Inlet, Trekking-Zip-Hosen und eine Softshelljacke sind nun schon mal abgehakt auf der langen unerschöpflichen to-do-list.

Rückgrat

globetrotter

Zugegeben, da kommt derzeit wenig Glitter aus dem Weltreisetischfeuerwerk. Aber ich kann versichern: ich will mich hier nicht mit kalt gewordenen Füßen rausmogeln aus der virtuellen Verbindlichkeit des Goliathgroßen Plans. Im Gegenteil: Jeden Tag wird ein bisschen dafür getan. Anfang Oktober hab ich mich zum Beispiel mit meiner geduldigen Homebase in die größte Globetrotterzauberbutze Deutschlands begeben. Dort wurden dann schon mal gefühlte drölfhundert Rucksäcke aufgesetzt und Probe getragen. Hier ein kleiner Auszug des Beratungsgesprächs inklusive meiner ausgeklügelten Argumentationskette:

Ich so: “Hallo.”
Der geduldige Mitarbeiter so: “Hallo.”
Ich so: “Ich will eine Weltreise machen.”
Er so: “Schön, kann ich bei der Rucksackwahl weiterhelfen?”
Ich so: “Jaha. Also vorneweg: das is ja so ‘n Huhn-Ei-Dilemma – erst alles andere kaufen und dann gucken in welchen Rucksack alles passt; oder erst den Rucksack kaufen und dann den Content?”
Er so: “Hm, erst Rucksack. Was dann nicht reinpasst, muss hierbleiben.”
Ich so: “Aha. Ja. Nun. Also ich hab gelesen, man soll nicht mehr als 40L Volumen und damit ca. 14 kg durch alle Kontinente schleppen.”
Er so: “Hm, naja, bisschen wenig.”
Ich so: “Hm.”
Er so: “Also die meisten Mädels kaufen 55L große Rucksäcke. Da haste auch noch Platz für Souvenirs. Und du MUSST ihn ja auch nicht voll packen.”
Ich so: “…Souvenirs will ich eh per Post zwischendurch immer mal nach Deutschland schicken. Und: Ich bin doch ein Mädchen! Wenn ich so viel Platz hab, dann pack ich das auch voll.”
Er grinsend so: “Hm.”
Muddy alias Homebase: lacht
Ich so: “Is doch so.”
Er dann so: “Ja, aber der hier hat besonders stabile …Fachtermini… und robuste …Fachtermini… und flexible …Fachtermini… und …Fachtermini…, …Fachtermini… und …Fachtermini….”
Und ich dann so: “Hm. Überzeugt. Den will ich haben.”

Herausgekommen ist dieser Weggefährte. Gekauft wurde er noch nicht. Aber er steht auf der Liste ganz oben. Nun liegen erst mal dicke Kataloge im Wohnzimmer rum, in die exzessiv Eselsecken gemacht werden. Tausend Dinge werden nächstes Frühjahr gekauft. Und weil ich mich (dank großartiger Schwester) brav durch die Steuererklärung gequält habe, ist für das Equipmentbudget bereits gesorgt. Das wird ein Fest im kommenden Frühjahr. Und ich werde einen kompletten Tag lang einen geduldigen Mitarbeiter in Anspruch nehmen. Yeah.