Festlegen aufs Überall

himmel

Derzeit wechseln sich unumstößliche Überzeugung und zweifelndes Amkopfkratzen ab. Flucht? Immer auch, irgendwie. Hab ich was entdeckt oder was nicht verstanden? In welche Richtung wird hier gefahren, und ist das auch für mich das Richtige? Alle, die vorbeiziehen, schauen so angespannt an ihren Duftbäumen vorbei durch die Frontscheibe. Ich zähle Mittelstreifen, schaue blinzelnd zum Seitenfenster hinaus nach oben wo die Sonnenstrahlen durch Baumkronen rieseln wie Sand durch Finger. Merken: eigene Straße bauen, dann kann keiner überholen.

Niederlassen im Rastlosen

Der Zweifel klebt noch immer wie Kaugummi am Profil der Schuhsohle: Bin ich umgeben von Menschen, die verstanden haben, dass es so einfach nicht ist: Geld sparen, Flug buchen, Festlegen aufs Überall, Niederlassen im Rastlosen, Laune als Kompassnadel, Instinkt als Schlafsack, verliebt in Unsicherheit, Neugier in Fülle. Ein Fehler? Naivität? Weisheit? Was ist Einsatz und was der Preis? Geht es nicht ums Spielen an sich? Sollte wirklich eine Weltkarte an der Wand hängen oder nicht doch lieber ein Fünf-Jahres-Plan? Im Briefkasten liegen zwei Kataloge: Globetrotter und Ikea. Es ist keine Entscheidung, es ist ein Reflex: Billy oder Regenjacke, Duftkerze oder Kompass, Nest oder Flügel, Sicherheit oder Freiheit?
Billy ist Holz. Ich will den Baum sehen.

„Alltag ist Treibsand, du steigst ab, je stärker du trittst
Zeit, um zu gehen 
soweit es mich trägt
Der Trick ist atmen, die Antwort: einfach nicht zu fragen“

casper_auf und davon

Ein Gedanke zu „Festlegen aufs Überall“

  1. Mal wieder toll geschrieben. Du kannst echt mit Worten jonglieren!

    Mein Tipp: Zweifel sind normal, aber lass dich davon nicht von deinem Plan abbringen! Ich hatte auch Zweifel, und hätte ich denen nachgegeben wäre ich wohl immer noch zuhause. Stattdessen bin ich jetzt im 4. Monat unterwegs in Südamerika, fliege bald weiter nach Südafrika und habe einfach „The Time of My Life“!
    … und all die Leute daheim sind neidisch und manch einer wünscht sich wahrscheinlich er/sie hätte auch den Mut. Kleingeistiges Sicherheitsdenken bringt doch niemanden weiter. Um zu wachsen braucht der Mensch neue Inputs/Erfahrungen/Erlebnisse.

    Quote des Tages:
    „Don’t think about it too much. Don’t make pro and con lists. Pro and con lists are nothing but trouble. If you think about it too much, you’ll just end up staying home. … My family and friends often say to me, ‚I’m living vicariously through you.‘ Don’t ever live vicariously. This is YOUR life. Live.“
    http://vagabonding.net/voices/spalding.html

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