who needs feet?

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Es ist Regenzeit in Mexico. Und es ist großartig. Jeden Abend regnet es zwei Stunden lang Enchiladas und Bohnen. Und am nächsten Morgen brennt einem die Sonne wieder Flipflip-Muster auf die Füße.

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Mexico City ist so endlos, dass andere Großstäde dagegen wie ein Einmannzelt erscheinen. Tagsüber läuft man, wenn man die stickige und schwitzende Metro-Aorta vermeiden will, tausende von Metern vorbei an Streiks und Demonstrationen, Straßenmärkten, Kräuterheilern, Verkehrsstaus und Enchiladas-Ständen – und alle Gerüche mischen sich zu einer großen Wolke, die man wahrscheinlich immer in der Nase haben wird, wenn man später mal von dieser Stadt erzählt. Über den Tag heizt sich die Luft auf bis zu 35 Grad auf und erst am späten Nachmittag schieben sich massige dunkle Wolken vor die Sonne und zerreißen die schwüle Luft hörbar in Einzelteile. Und dann kommt der Regen, der nicht in Tropfen sondern in durchgängigen Fäden auf die Straßen platzt. Und überall entstehen zahllose Blasen auf den Pfützen. Und danach ist der Smog in der Ferne verschwunden und die Sonne, deren bunter Untergang fast um seinen Ruhm gebracht wurde, grinst noch mal um die Ecke. Ach, ich mag die Regenzeit hier.

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Wenn Mexico City eines hat, dann Museen. Zwei wurden bisher von Innen gesehen. Eine Austellung mit ziemlich vielen, dicken nackten Menschen im Bellas Artes und das Casa Azul – das Frida Kahlo Haus. Und wenn etwas beeindruckend ist, dann die Geschichte dieser Frau und mit ihr ihre Bilder. Wenn schon ein Bein als Kind beeinträchtigt ist und einem später auch noch das zweite bei einem Unfall den Boden unter den Füßen verwehrt, kann man vieles dazu sagen, man kann fluchen, in Selbstmitleid versinken.
Sie aber sagte: „Who needs feet? I’ve got wings to fly!“

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Mexico kündigt eine gute Zeit an. Und davon hab ich viel. Es geht quer durchs Land – von Strand zu Strand, vorbei an Maja-Ruinen, Pyramiden und Enchiladas. Mexico – mich wirst du zwei Monate erstmal nicht mehr los.

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2 Gedanken zu „who needs feet?“

  1. Witzig, vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich einen Beitrag über Frida Kahlo gemacht. Damals war eine Ausstellung in Berlin und anders als die hunderte Menschen, die stundenlang am Einlass standen, durfte ich eine Stunde lang ganz alleine mit den Bildern sein. Okay, das Kamerateam war auch noch dabei. Aber das war super. Beeindruckende Biografie auf jeden Fall. Wenn du jemals wieder Zeit und Lust für sowas hast: Der Film über Frida mit Selma Hayek ist sehr empfehlenswert.
    Danke übrigens für die Bolivien-Geschenke :o) Sind wohlbehalten hier angekommen.

    1. Schön. Vor allem bewegend, wenn man in dem Haus steht, in dem sie gelebt hat. Darin ist das Museum. Großartiges, friedliches Haus.
      Yeha, alles angekommen. Das freut mich.

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